Verhaltenspädagoge

Eckpunkte:

Von den Eltern zum Ingenieur „verdonnert“, aber nicht wirklich gut angekommen! Trotzdem: TGM Wien (HTL) Fünf endlose Jahre – die sich wie 15 angefühlt haben – durchgestanden.

Dann die „technische Matura“ sogar mit Auszeichnung bestanden! (unverdient, wie ich meine)

Neun Jahre lang ausübender Maschinenbau-Ingenieur bei Konzernen wie SEMPERIT, ALPHA LAVAL und Grey Tool Engineering (Schottland) / mittleres Management.

Diese Firmen gibt´s alle nicht mehr! Klar: Weil ich mitgearbei….

Egal!

Aber es war mir sonnenklar: Das wird kein Lebensplan für mich!

Wurde es auch nicht!

Schließlich habe ich einen schönen, langen Nagel geschmiedet. (sowas kann man als Maschinenbauer perfectly).

Auf den habe ich dann den doofen Ingenieurs-Titel dann draufgehängt und die ganze schöne Ausbildung, mitsamt den noch vier Jahren bis zum Berufstitel gleich mit!

Punktum!

Da hängt er heute noch fröhlich rum und baumelt zuweilen träge über mir, wenn mich einer so ruft, zB beim Zahnarzt: „Herr Ingenieur Spitzer bitte?“ — Gut: „Dem Ingenör iss nix zu schwör!“, so sagt man!

Aber ich sag euch, Leute, der blöde Spruch stimmt so nicht!

Die Zeit im HTL ist für mich übrigens nur zu überstehen gewesen, weil ich das Glück hatte, ins „tanzende Showbusiness“ einzutauchen – die Auftritte, der viele Applaus, die Herausforderungen schwierigster Choreographien habe mich aus dem – ich-bin-hier-nicht-richtig- denken herausgeholt!

Gemeinsam mit meiner ersten Lebenspartnerin, Eva, habe ich mich dem „Betreuen junger Tänzer“ als der Jugendarbeit gewidmet!

Danach erste Gehversuche in der Erlebnispädagogik!

Pfadfinderarbeit obendrein! Sehr spannend! Sehr viel Wissen .. und Praxis ohne Ende!

Ab dann gab´s kein Halten mehr: Betreuer bei schwierigen Kindern und Jugendlichen (damals noch „verhaltensauffällig“) und dann mit behinderten Kindern und Jugendlichen, später mit „konsumierenden“ Jugendlichen ab 18. (Drogen und Co).

Schließlich als Lehrer (Wirtschafts-Englisch und EDV) bei Privatschule „Jugend am Werk“ in Klassen mit sogenannten „unvermittelbaren Jugendlichen von 16 bis 21!

Dann wusste ich: Solchen jungen Menschen mit einem schwer zu tragenden Rucksack kann man etwas nahebringen, was sie sehr wahrscheinlich nicht hatten: Vertrauen!

Was für ein schöner Sinn im Leben!

Das will ich machten!

Ungeachtet der Tatsache, dass man in dieser „Branche“ nicht mal die Hälfte von dem verdient, was ein Ingenieur in der Industrie so abräumt!

Doch bevor ich zu meinem heutigen Tun gefunden hatte, durfte ich noch ein bezauberndes Intermezzo beim PESNIONISTENVERBAND Österreichs erleben!

Denn auch mit älteren Menschen lässt es sich gut arbeiten und auch denen wird oft zu wenig Vertrauen geschenkt. Was für eine sinnvolle, erfüllende Arbeit!

Zwölf wunderbare Jahre sind daraus geworden, in denen ich hunderte dankbare Senioren – denn dankbar und wertschätzend sind sie nahezu alle – auch bei Reisen in alle Teile der Welt begleiten durfte!

Dann aber: Das Angebot, ein großes Jugend-Krisenzentrum der Stadt Wien (Location: weit außerhalb Wiens) bei diversen Turnussen zu leiten – mit 34 Pädagoginnen und Pädagogen im Team. Unwiderstehlich! Großartige Erfahrung Daneben in Deutschland an der Uni Hagen ein wenig Erziehungswissenschaft studieren und …

Dann: plötzlich 1998, das Angebot eines sogenannten Jugendbeauftragten der Stadt Wien in die Erwachsenenbildung einzusteigen, und

Bingo! Das war es!

Wohl wissend, dass es nie wieder so gutes Geld zu verdienen gibt, wie in der Industrie hat mich die Erwachsenenbildung gefesselt und tut es heute noch!

Warum? Das versuche ich noch zu ergründen!

Mittlerweile sehe ich aber, wie wichtig es ist, Lehrkräften, Eltern und jungen Freizeitbereuenden Personen verhaltenspädagogische Praxis-Tools und pädagogisch wertvolle Erkenntnistheorien näherzubringen!

Noch ein paar eigene Ausbildungen, die ich hier wirklich für nicht so entscheidend halte und bin übrigens immer fester dieser der Überzeugung…

Die Frage hat sich für mich – vielleicht gerade durch meine besondere Geschichte -schon längere Zeit eröffnet:

Ist Schule gleich Bildung?

Aber das ist eine andere Geschichte!

Als freier Dozent unterrichte ich nun schon seit 1999 in der Lehrerfortbildung, vormals am Pädagogischen Institut Wien (PI-Wien), seit 2008 an der Pädagogischen Hochschule Wien (PH-Wien), und turnusmäßig ebenso lang an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien (KPH-Wien/Krems) sowie als Gastdozent an einigen weiteren freien Hochschulen im In- und Ausland!

Eine ebenfalls schon jahrelang bestehende Kooperation mit dem Burgenländischen Volksbildungswerk bringt schließlich in Kürze eine völlig neues Projekt hervor: »ELKOM!«– das Eltern-Kompetenz-Zertifikat!

Bleibt neugierig!

Zitat

Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.

Jean-Jacques Rousseau